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Gebete und rote Schuhe

Einen frohen Weltgebetstag der Frauen! Wohlgemerkt nur für Frauen, für Männer gibts den bislang noch nicht. Was uns hier aber etwa so weit stört, als informierte uns jemand darüber, dass es keinen Tag gibt, an dem man sich in eine Ecke stellen und nichts tun soll.

“Der Weltgebetstag ist eine weltweite, internationale Bewegung. Er wird immer am ersten Freitag im März in ungefähr 170 Ländern gefeiert, und zwar durch einen ökumenischen Gottesdienst” berichtet die Webseite der katholischen Kirche in Deutschland von einem Interview mit Theologin Petra Heilig (Determinismus, anyone?). Vor allem ist der Weltgebetstag aber natürlich auch immer wieder eine grossartige Gelegenheit, über das, was die Kirche an Steuern und noch über die Steuer hinaus vom Staat gezahlten Gehälter einnimmt, eine Menge an Spenden zu kassieren. Indulgenzbriefe sind einfach nicht mehr so in Mode. Und in der Tat finden sich bei einer Suche nach “Weltgebetstag” Unmassen von Info-PDFs diversester Kirchengemeinden, die ausnahmslos das Wort “Spende” schon direkt in den Suchergebnissen mit enthalten.

Nach Angaben der Projektseite des Gebetstages wurden im letzten Jahr in Deutschland über 3.000.000 Euro an Spendengeldern eingenommen. Klingt erst mal nach einer ganzen Menge. Aber schauen wir uns dazu ein paar weitere Zahlen an:

Der letzte Papstbesuch in Deutschland kostete etwa 23.300.000 Euro. Ein ordentlicher Preis dafür, dass Palpatine Benedikt mal kurz aus einem fahrenden Aquarium winkt. Bezahlt unter anderem mit Steuergeldern von Leuten, die absolut nichts mit der Sekte am Hut haben.

Die Entschädigungszahlen der Kirche gegenüber Missbrauchsopfern belaufen sich in den USA alleine auf umgerechnet ca. 1.500.000.000 Euro. Das heisst, bei den Spendeneinnahmen des letzten Weltgebetstages könnte die Kirche nach rund 500 Jahren die Kosten für die bisherigen Entschädigungen decken. Und dann hat der Papst noch kein einziges paar roter Schuhe gekauft, für die er im Jahr etwa 4.800 Euro ausgibt.

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