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Dauerhafter Atheismus ist unmöglich

Foto: Elke Wetzig

Dauerhafter Atheismus ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das zumindest meint der allseits beliebte Erzbischof von Köln Kardinal Joachim Meisner bei einer Predigt zur Bischofskonferenz in Regensburg. “In jedem Menschen wohne ein göttliches Urwissen, das auf Dauer nicht ignoriert werden könne”, schreibt Die Mittelbayrische.

Er und weitere 66 Kardinäle, Bischöfe und Weihbischöfe diskutierten in der letzten Woche bei besagter Konferenz über Kirchenfragen – so gesehen ein Traumjob, ich würde mir auch bisweilen wünschen, ein üppiges Gehalt vom Staat dafür zu bekommen, mit ein paar Freunden über unsere imaginären Freunde oder alternativ Pen & Paper Rollenspielcharaktere zu plaudern.

Ungerecht und böse können wir etwas nur darum nennen, weil wir in unserem Herzen zumindest unbewusst eine Vorstellung davon haben, was gerecht und was gut ist.

Warum wird nur immer und immer wieder mantraartig wiederholt, alle Moral käme von Gott? Vorstellungen von Moral, die Idee von Gut und Böse und darüber hinaus was den überhaupt gut und böse ist, das sind Dinge, die aus den sozialen Bindungen, aus der Kultur und dem Verständnis von Miteinander der Menschen kommen, nicht aus einer Programmierung, die ein unsichtbarer, bärtiger Mann der Menschheit vor ungefähr 6000 Jahren in den Kopf implantiert hat.

Ein Mensch, der nicht auf die Strasse geht und dort Leute zu töten beginnt, und der dies nicht tut, weil die Evolution und das Weiterkommen von “Teamplayern” das Bestehen der Menschheit bisher sicherte, weil die Gewissheit, dass es zumindest andere Menschen vergelten würden wie auch die Gewissheit, dass ihm auf lange Sicht noch in diesem Leben wahrscheinlicher das zurückgegeben wird, was er selbst austeilte, diesen Menschen bezeichne ich als normal.

Ein Mensch, der der Meinung ist, er müsse sich an moralische Verhaltensweisen binden und Gutes tun, weil er Angst davor hat, dass er nach seinem Tode von einer Gottheit in die Verdammnis verstossen und dort in alle Ewigkeit gefoltert wird, diesen Menschen bezeichne ich als latent… sagen wir “fragwürdig”.

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2 Antworten zu "Dauerhafter Atheismus ist unmöglich"

  1. Herr Nimmermehr sagt:

    Dauerhafter Atheismus, warum diskutiert man nicht einmal über dauerhafte Religion?

    Warum nicht mal drüber sprechen wie ein Mensch Jahre und Jahrzehnte damit zubringen kann irgendjemanden zu folgen. Aber aus irgendeinem Grund, stehen die Menschen echt drauf es sich einfach zu machen. In allen Religionen, obwohl manche, man betrachte hierfür Shinto, doch etwas komplizierter sind, ist die Erklärung Gott bzw Götter.

    Aber wie verhält es sich mit der Wissenschaft? Warum sollte man sie nicht ebenso diskutiv betrachten wie die Religion? In der Wissenschaft folgen Menschen blind Jahre irgendwelchen Ideen, verschreiben sich eine Idee und stellen fest: “Gibt es nicht”. Und auch in der Wissenschaft wird es einfach gemacht. Nicht in dem man sagt “Ist so” sondern in dem man sagt “Verstehst du nicht” oder “Wissen wir noch nicht”. Für viele Menschen ist Wissenschaft so kompliziert geworden, das es wie Magie anmutet.

    Ein Beispiel: Kann mir jemand einfach erklären wie eine Kalte Fusion abläuft?

    Da wir nicht mehr an Magie glauben, glauben wir an Religion weil sie einfach ist.

    Wie sollten vielmehr hinterfragen. Religion, Wissenschaft, Konfuzianismus…die Liste könnte ewig werden.

    1. Gekko sagt:

      Die Wissenschaft *wird* diskutiert und sie ist (im Gegensatz zur Religion aus der Sicht der Gläubigen) falsifizierbar. Auch wenn es natürlich Menschen gibt, die Wissenschaft genau so dogmatisch behandeln wie andere ihre Religion ist es zumindest nicht das Grundkonzept der Wissenschaft, Dinge auf Basis von Authorität unumstösslich zu akzeptieren – Wissenschaft erkennt Dinge auf Basis von Reproduzierbarkeit und Überprüfbarkeit an.
      Ich kann nicht erkennen, dass es sich in der Wissenschaft einfach gemacht wird. Zum einen ist wissenschaftliche Arbeit grundsätzlich der Revision durch Kollegen ausgesetzt – niemand kann einfach Dinge behaupten, die dann von allen akzeptiert und als Wahrheit betrachtet werden. Zum anderen sind sowohl diese Arbeit wie auch die Überprüfungen und das in Frage Stellen dieser Arbeit für jeden nachvollziehbar, auch wenn ich damit die von aussen gegebene Möglichkeit meine.
      Nein, ich kann nicht erklären, wie der aktuelle Stand der Forschung und das Wissen um kalte Fusion aussieht. *Aber* ich muss nicht blind akzeptieren, dass mir ein Wissenschaftler sagt “das verstehst du nicht, akzeptiere es einfach” sondern ich kann, wenn ich das möchte, die Forschung dazu nachlesen, ohne unerklärbare Sprünge in der Argumentation und Erklärung einfach so hinzunehmen.

      Abgesehen davon stimme ich voll und ganz zu – Hinterfragen ist gut. Dinge skeptisch betrachten anstatt sie blind zu akzeptieren ist sinnvoll. :)

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